Wo im Unterricht auch mal gekämpft werden darf ...

Der etwas andere Lernort


„Ihr habt lange Zeit intensiv gearbeitet. Braucht ihr ne kleine Pause?“ „Ja!“ „Dann nehmt euch jeder eine halbe Poolnudel. Gewonnen hat, wer am Gegner innerhalb der nächsten 90 Sekunden die meisten Treffer landet.“ Solche oder ähnliche Situation begegnen einem durchaus, wenn man an unserer Schule während des Unterrichts in der Lernwerkstatt vorbei schaut. Wer effektiv lernen will, braucht abwechslungsreiche Materialien, mit denen man sich auf anschauliche Weise mit einem Unterrichtsinhalt auseinander setzen kann. Unabhängig vom Lehrer sind solche speziellen Materialien an vielen Schulen keine Selbstverständlichkeit. Doch dank der Förderung durch die Evangelische Schulstiftung der EKD und der Co-Finanzierung durch die Evangelische Johannes-Schulstiftung konnten im vergangenen Schuljahr 2016/17 für rund 7000 Euro vielseitige Materialien für unsere Lernwerkstatt angeschafft werden. Mit den Materialien kann nun Lern- und Leistungsproblemen von Schülern auf den Grund gegangen werden. Außerdem erhalten Fachlehrer hier viele Anregungen, den Unterricht mit kreativen Mitteln auf die Voraussetzungen der Schüler anzupassen. Nicht zuletzt haben Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf in der Lernwerkstatt die Möglichkeit, einzelne Unterrichtsinhalten abwechslungsreich zu vertiefen.
So lädt eine Leseecke - ausgestattet mit Liege, Sitzsack, Polstern, Gehörschutz und Bücherregal - zum entspannten Befassen mit Lern- und Leseaufgaben ein. An den beiden neu angeschafften Laptops werden englische Vokabeln im Internet recherchiert oder Bruchrechnen mit Online-Aufgaben geübt. PowerPoint-Vorträge können auf einem großen Bildschirm mit speziellen Programmen und einem Sound-System erstellt und eingeübt werden. Für Gesprächsthemen, die eine ungezwungene Unterrichtsatmosphäre etwa im Sitzkreis erfordern, werden die orange- und grünfarbenen Ledersitzhocker schnell zusammen gestellt. An experimentellen Projekttagen kann man diese auch zu einer Dosen-Wurf-Wand stapeln und mit den großen Gymnastikbällen einen Wettbewerb anzetteln…
All das ist durch die finanzielle Unterstützung der Evangelischen Schulstiftung der EKD und der Evangelischen Johannes-Schulstiftung möglich geworden, wofür wir als Schule außerordentlich dankbar sind. So konnte ein weiterer wertvoller Schritt in Richtung Inklusion gegangen werden; dem gemeinsamen Lernen von Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf. Und übrigens… oft sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. So beeindruckten die neuen, teuren Laptops unsere technikversierten Schüler mäßig. Dagegen führen kleine Schaffenspausen mit den Poolnudeln zu ungebrochener Begeisterung, in denen man überschüssige Kräfte im spielerischen Kampf loswird… Wie gesagt – die Lernwerkstatt soll ja auch ein „etwas anderer Lernort“ sein…
Förderschullehrkraft Lydia Rüger

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